Zwischen Stachus und Isartor: Alternativer Stadtspaziergang

Am 27.04. gab es den ersten Alternativ-Unterwegs-Stadtspaziergang. Zusammen mit Beate Walter Rosenheimer MdB erkundeten wir die Altstadt, besuchten Alternative Ecken und waren auf der Spur von Protest und Widerstand. Ein Paar Eindrücke haben wir hier für euch gesammelt.

Ob Münchens letzte Getreidemühle, der Eisbachwelle oder das verstreute Gedenken an Kurt Eisner: Alternativ Unterwegs hat auf der ersten Stadtführung etwa 20 Interessierten gezeigt, wo es zwischen Stachus und Isartor noch alternative Angebote gibt. Aber auch, wo Konflikte und Probleme liegen. Geladen zu dem Spaziergang hatte Beate Walter-Rosenheimer MdB, die in Berlin Mitglied im Parlamentarischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung ist.


Es sind zwei Themen, die das Bild der Altstadt prägen: Konsum und Protest. Vor allem Konsumräume verändern sich rasant: Traditionelle Geschäfte weichen und an ihre Stelle treten Flagshipstores und Showrooms. Egal ob Legendärer Club oder Münchens erstes Bücherkaufhaus – was nicht wettbewerbsfähig ist, muss verschwinden. So droht nicht nur ein gesichtsloses Stadtzentrum, sondern auch, dass MacherInnenn von Nachhaltigkeit aus der Stadt gedrängt werden.


Ein paar Orte des nachhaltigen Konsums halten sich aber noch immer. Diesen haben wir selbstverständlich einen Besuch abgestattet. So waren wir bei der Kunstmühle Jakob Blum. Die letzte Getreidemühle Münchens ist Familienbetrieb in der vierten Generation, mahlt hochwertiges Mehl aus regionalen Zutaten. Was aus dem Mehl wird, konnten unsere BesucherInnen im zugehörigen Backshop probieren. Die Bäckerei Knapp & Wenig backt nach traditionellen Münchner Rezepten, die teilweise über 100 Jahre alt sind.


Das die Altstadt auch ein Zentrum des Protestes ist, kann man jedes Wochenende aufs Neue feststellen. Kein Samstag vergeht, ohne dass eine Demonstration Odeons- oder Marienplatz okkupiert. Auf unserer Tour besuchten wir besonders bedeutende Orte des Widerstandes in München: Den Rindermarkt, auf dem im Juni 2013 Flüchtlinge für ihre Rechte in den Hungerstreik traten. Den Max-Josef-Platz, auf dem die MünchnerInnen zeigten, dass in der Landeshauptstadt kein Platz für Pegida ist. Oder den Promenadenplatz, an dem jährlich die Münchner Sicherheitskonferenz stattfindet. Wir meinen: Die MünchnerInnen setzen sich schon jetzt massiv gegen Mißstände ein. Wer ein gerechteres und nachhaltigeres München will, sollte mehr Vertrauen in BürgerInnen und Zivilgesellschaft setzen.


Wer Lust bekommen hat, alle alternativen Spots in der Altstadt zu erkunden, kann dies ab Juni mittels Alternativ Unterwegs. Das Buch kannst du bereits jetzt hier vorbestellen! Wer so lange nicht warten möchte, kann mit uns die Schwanthaler Höhe erkunden: Am Freitag, den 8. Mai treffen wir uns um 17:00 Uhr zum gemeinsamen Stadtspaziergang durch das Westend. Treffpunkt ist vor der Galerie im Kunst und Textwerk in der Ligsalzstraße 11. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.


FL; Vielen Dank an Mücahit Tunca für das Foto.


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