Alternativ-Unterwegs-Guide für NeumünchnerInnen: Teil 2

Du bist neu in München und zwischen Münchner Schick und Rumgrantlern verloren? Du suchst nach den alternativen, ökologischen, sozialen und skurrilen Tipps in München? Der Einstieg ins schöne, aber auch sehr eigenwillige München kann durchaus schwer fallen. Deshalb stellt die Alternativ-Unterwegs-Redaktion nun ihre Lieblingsorte vor, um es NeumünchnerInnen etwas leichter zu machen. Diese Woche stellt Fabian ein paar Must-Do's vor.


Du bist neu in München, aber was jetzt? Der Winter naht, die Wochenenden werden lang. Den Marienplatz und das Hofbräuhaus kennst Du schon, Weihnachtsmärkte findest du so gar nicht lässig? Glücklicherweise hat München einiges an Off-Locations und spannenden Aktivitäten jenseits von Fußballstadion und Biergarten zu bieten. Sei bereit für unsere Liste an München-Must-Do's für Zugroaste!


Münchens kultige Off-Museen


Münchens Museenlandschaft ist umfangreich. Das Deutsche Museum und die Pinakotheken dürften wohl jedem ein Begriff sein. Doch München hat auch viele kleinere Museen zu bieten, in denen man nicht minder viel über die Stadt erfährt. Hier eine Auswahl unsererseits für die anstehenden verregneten Tage:


Valentin Karlstadt Musäum:

Absolut sehenswert. Der vielleicht skurrilste Ort Münchens (vor allem die Boazn im obersten Stockwerk). Bei einem Besuch kann man entweder den ganzen Irrsinn des Valentin Karlstadt Musäums auf sich einprasseln lassen oder aber sich die Zeit nehmen um hinter die Absurditäten zu blicken. Dabei lernt man nicht nur viel über das KünstlerInnen-Duo Liesl Karlstadt und Karl Valentin, sondern auch noch sehr viel über die Münchner Stadtgeschichte.


Münchner Stadtmuseum:

Genau der richtige Ort, um sich ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein Bild über München zu machen. Skurrile Exponate (der Finger der Bavaria!) finden sich in der Dauerausstellung „Typisch München“, aber auch die Ausstellungen „München im Nationalsozialismus“ und „Kasperl im Klassenkampf“ sind sehenswert. Ideal für alle, die auch beim Museumsbesuch einen Blick hinter die feinsaubere München-Fassade werfen wollen!


Münchens letzte innerstädtische Mühle:

Wer sich dafür interessiert, wie in München vor fast 100 Jahren das Handwerk aussah, sollte unbedingt die „Kunstmühle Jakob Blum“ besuchen. Besichtigungen in Münchens letzter innerstädtischen Mühle sind jeden Freitag um 16:00 Uhr ohne Voranmeldung möglich. Nach dem Besuch kann man sich mit Mehl und Backwaren im angeschlossen Shop und Bäckerei eindecken. Letztere backt noch nach ganz traditionellen Münchner Rezepten.


Stadtgeschichte Hautnah


München war die Hochburg des Nationalsozialismus. Gerade in der Maxvorstadt lässt sich die Geschichte des frühen Nationalsozialismus nachfühlen. Mittlerweile hat das NS-Dokuzentrum am Königsplatz seine Pforten eröffnet und gewährt in der sehenswerten Dauerausstellung Einblick in die Münchner NS-Geschichte. Wer sich selbst auf die Suche nach Zeugnissen aus dem faschistischen München begeben möchte, sollte das Kunstprojekt Memory Loops von Michaela Melián nutzen. An geschichtsträchtigen, aber sehr unscheinbaren Orten können Besucher eine Telefonnummer wählen, um dann beispielsweise Zeitzeugendokumente vorgelesen zu bekommen. Also immer Ausschau halten nach den Memory Loops!


Doch auch die Geschichte des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus spielt in München eine besondere Rolle. In der DenkStätte Weiße Rose kann man zahlreiche Infos über die Widerstandsgruppe erfahren. Neben der Ausstellung gibt es auch noch eine Bibliothek, die alles wissenswerte rund um die Themen Widerstand und Faschismus beinhaltet.


Am Besten mit dem Rad unterwegs:


Auch wenn der Herbst dazu nicht einlädt, in München ist man am lässigsten und schnellsten mit dem Rad unterwegs. Die verhältnismäßig kurzen Wege und mittlerweile beachtlich ausgebaute Radinfrastruktur machen es – wenngleich es auch noch immer Verbesserungspotential gibt – möglich. Wer sein Fahrrad reparieren will oder winterfest machen will, kommt an der Bikekitchen kaum vorbei. Außerdem lohnt sich ein Besuch bei der Critical Mass, einer Fahrraddemo die mehr Raum für den Radverkehr einfordert.


Tauschen in München


Etwas, das auch den ganz neuen in München nicht entgangen sein sollte: Das Geld ist tendenziell knapp. Da ist es erfreulich, dass München über eine ausgeprägte Sharing-Kultur verfügt. In München gibt es nichts, dass nicht getauscht, reused oder upgecyclet werden kann. Wenn Du Geld sparen willst und dabei noch deinen ökologischen Fußabdruck verringern willst, kommst Du an diesen Tipps nicht vorbei!


Kleidertausch:

Kleidertauschparties sind im Prinzip schnell erklärt: Du nimmst alte Kleider mit zur Kleidertauschparty. Dort triffst du auf andere Kleidertauschpartygänger, die ebenfalls gebrauchte Sachen mitbringen. Die werden dann getauscht, selbstverständlich nicht eins zu eins. Kleidertauschparties gibt es regelmäßig im EineWeltHaus und bei Green City. Einfach auf den Webpages schauen oder regelmäßig in unseren Veranstaltungsblog – dann erfährst Du rechtzeitig von allen Terminen.


Fairteiler:

Ein Fairteiler ist ein öffentlich zugänglicher Raum, in dem Lebensmittel, die zwar nicht mehr verkauft werden können, aber trotzdem noch einwandfrei sind, umsonst mitgenommen werden können. Das Ziel ist dabei auf die Lebensmittelverschwendung in Supermärkten hinzuweisen und diese Lebensmittel wieder für Verbraucher zugänglich zu machen. Ein unkomplizierter, aber wichtiger Ansatz gegen Lebensmittelverschwendung! Wo es in München Fairteiler gibt, erfährst Du hier.


Verschenk's:

Auf der Facebook-Seite Verschenk's geht es – wie der Name schon vermuten lässt – ums verschenken. Dabei wird allerhand auf die Seite gepostet und wer sich zuerst meldet, erhält den Gegenstand dann als Geschenk. Die beiden handeln dann meistens eigenständig einen Treffpunkt zur Übergabe aus.Eine lässige Möglichkeit, mit Dingen, die man selbst vielleicht nicht mehr braucht, anderen noch eine Freude zu machen.


Das waren unsere München-Must-Do's. Noch viel mehr lässige und unterhaltsame Tipps für München gibt es in »Alternativ Unterwegs in München«, Münchens erstem alternativ-ökologischen Stadtführer. Außerdem gibt es in Alternativ Unterwegs viele Interviews mit engagierten Menschen in München. Du kannst ihn hier bestellen, eine Leseprobe runterladen, bei diesen Verkaufsorten, oder im Buchladen deiner Wahl.


Weiter geht es am 10. Dezember mit dem Alternativ-Unterwegs-Veranstaltungskalender. Am 17. Dezember gibt es dann unsere Geheimtipps für alle, die sich in München engagieren wollen. Da ist sicherlich nicht nur für NeumünchnerInnen einiges dabei.


FL; Fotos: AK; AB;

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Kommentare: 1
  • #1

    MarwiN (Donnerstag, 18 Februar 2016 10:34)

    Interessante Tipps